Hikikomori
224 Seiten, Klappenbroschur
Berlin Verlag, 2012
ISBN 978-3-8270-1116-9


€ 14,99 [D] / € 15,50 [A]

Überall im Buchhandel oder online.


  • »Ein scharfsichtiges Buch. Große Kunst.« (Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

  • »Beklemmend grandios, verstörend hoffnungsvoll, hochgradig lesenswert.« (Lydia Herms, Radioeins, RBB)

  • »Reeeeaaaally hot.« (Nico Bleutge, NZZ)

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2012/13 Presse (PDF)



Hikikomori ist 2017 in russischer Übersetzung im Eksmo Verlag (Moskau) erschienen.


»Das Klebeband brachte sich leicht an. Für mich, der ich in der Dunkelheit lebe, gibt es außerhalb nichts mehr. Alles verblasst. Man muss nur die Tür hinter sich zuziehen, und schon ist man auf der Schwelle zu einer anderen Welt. Zu der Welt, die man in sich trägt, die von der Außenwelt unterdrückt wurde, der man die Luft zum Atmen nahm.«

Hikikomori (jap. für »sich einschließen; gesellschaftlicher Rückzug«)

Ein Zimmer und ein Entschluss: die Tür schließen, sich endlich ausklinken, nicht für immer, aber für Tage, für Wochen, Monate, Jahre vielleicht. Kevin Kuhns Debütroman erzählt vom  Erwachsenwerden ohne Geländer und verschränkt dabei Realität und Virtualität auf unerhörte Weise miteinander. Irgendwo zwischen diesen Grenzen beginnen wir, uns aufzulösen – und uns neu zu erfinden.

Till hat alle Freiheiten: er geht auf »die freieste Waldorfschule der Welt«, seine Eltern – ein anthroposophisch motivierter Schönheitschirurg und die Kuratorin eines innovativen SchauRaums – fördern ihn, wo sie nur können. Als er nicht zum Abitur zugelassen wird, ist er plötzlich auf sich selbst zurückgeworfen und beginnt nachzudenken: Was soll aus mir werden, fragt er sich und beschließt so lange in seinem Zimmer auszuharren, bis er darauf eine Antwort weiß. Aus dem Zimmer wird ein Kokon, im Rückzug auf sich selbst glaubt er voranzukommen. Schließlich beginnt Till mit der Kreation einer autarken, nach seinen Regeln funktionierenden Separatwelt: Welt 0 – ein Zufluchtsort für alle, denen die reale Welt zu fordernd oder auch zu eingeschränkt ist. Und Till ist ihr Garant, denn er kämpft nicht nur für sich, sondern für eine ganze Generation, die in ihren Zimmern sitzt.